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Altes Handwerk zum Staunen und Ausprobieren

39 Schüler der Gefeller Grundschule zu Gast im tschechischen Handwerkerhof „Statek Bernard“ nahe dem böhmischen Sokolov


       

Im Rahmen des deutsch-tschechischen Projektes „Traditionelle Handwerke in der Euregio Egrensis“ fand am Montag als weiterer Meilenstein der nächste Schüler- und Handwerkerworkshop beim tschechischen Projektpartner nahe Sokolov statt. Einen ganzen Tag lang absolvierten deutsche und tschechische Schüler gemeinsam 6 Stationen mit verschiedenen alten Gewerken - vorwiegend der Holzbe- und –verarbeitung. Fachgerechte Betreuung erhielten die Kinder dabei von 5 tschechischen und 2 deutschen Handwerkern der alten Zünfte. Unterstützung von deutscher Seite lieferten Herr Frotscher aus Dobareuth und Herrn Baumann, Revierförster von Bad Lobenstein und Hobbyschnitzer der Extra-Klasse. Letzterer hatte extra Urlaub genommen, um an diesem länderübergreifenden Projekt teilnehmen zu können. Neben Blockhäusern gehören auch Skulpturen aus ganzen Bäumen –geschnitzt mit der Motorsäge- zu seinem Repertoire.
Hier und jetzt jedoch lehrte er den kleinen „Holzwürmern“ den fach- und sicherheitsgerechten Umgang mit den mitunter doch nicht ungefährlichen Schnitzwerkzeugen. 2, 3 kleine Pflästerchen wurden schon gebraucht, aber trotz allem waren Spaß und Freude beim Arbeiten mit Holz ungebrochen und jeder schaffte es. Das Resultat war ein Hase aus Holz – sauber bearbeitet und geschliffen.

Es ist wichtig, den Umgang mit gefährlichen Werkzeugen, wie Taschenmesser oder Schnitzmessern richtig zu zeigen. Nur so kann man Kreativität fördern und Ressourcen wiederentdecken, äußerte Herr Baumann.


Auch Herrn Frotscher, seines Zeichens ehemaliger Tischler und Zimmermann, zeigte den Schülern Fertigkeiten im Umgang mit Naturmaterialien, die er selbst gesucht und vorbereitet hatte, z. B. kleine Zweige und Holzscheiben. Es wurde fleißig gewerkelt, gefeilt, gehämmert und als Ergebnis kreierte jeder eine kleine Maus aus Holz und die durfte natürlich als Beweisstück mitgenommen werden. In weiteren Stationen wurden den Kindern die Zinnbearbeitung und das Tischlern dargeboten. Ein spannendes Unterfangen für die Handwerker, welches viel Freude im Umgang mit den Schülern und Liebe zum Handwerk erfordert.

Hinsichtlich des deutsch-tschechischen Erfahrungsaustausches mit seinen Kollegen äußerte Herr Frotscher: „Ich fühle mich hier sehr wohl und von meinen tschechischen Kollegen herzlich aufgenommen.“ Auch die Arbeit mit den Kindern machte ihm sehr viel Freude. Solche guten Voraussetzungen bilden letztendlich die Grundlage für den Erhalt alter Traditionen. Es ist wichtig, dass Kinder in dieser Art und Weise – spielerisch und durch eigenes Ausprobieren- an alte Handwerkskunst herangeführt werden. Nichts ist besser geeignet, als die nachfolgenden Generationen für alte Gewerke zu begeistern, sagte Herr Frotscher.

Aber auch neben fleißigem Werkeln bot man den Schülern Einblicke in das dort ansässige Museum. Der Besuch des „Zentrums des Flusses Eger“ – Kernausstellung des Museums im Statek Bernard – ließ Kinderaugen glänzen. Die Eger - namensgebend für die hiesige Region in der wir leben – die Euregio Egrensis. Neben Modellen des Flussverlaufes und der Landschaftsentwicklung gab es Spielspaß zum Ausprobieren. An einer Station konnte man einen steinernen Bogen selbst erbauen oder an anderer Stelle als Kranfahrer selbst Lasten bewegen.

Kreativität und spielerisches Lernen – eine gute Kombination, um Kinder für nachhaltige Dinge zu begeistern – dieses Unterfangen ist im Statek Bernard, Dank der Unterstützung durch die Europäische Union, gelungen.

Die nächste Station im deutsch-tschechischen Projekt „Traditionelle Handwerke in der Euregio Egrensis“ ist für den März 2017 geplant. Dann wird es u. a. eine Konferenz zum aktuellen Projektstand geben und die weitere Ausgestaltung der beteiligten Museen evaluiert.

 

Text und Foto: Ines Huff

 

 

 

 

 

 

 

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