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EU-Projekt "Traditionelle Handwerke in der Euregio Egrensis" gestartet

 Verein für Gerberei- und Stadtgeschichte wird Partner im länderübergreifenden Projektverbund

 

     

Wer kennt sie nicht, die alten gegerbten Schuhsohlen, die Stickerei-Tischdecke der Großmutter oder auch die Holzkohle, die bei keinem Grillevent fehlen darf. All diese Dinge werden schon seit langer Zeit hergestellt. Teils unter schwersten Bedingungen und Gefahren für die Gesundheit wurden alte Handwerke ausgeübt.

Das gemeinsame Kulturerbe des traditionellen Handwerks im deutsch-tschechischen Grenzgebiet bedarf dabei besonderer Unterstützung und Schutz, um dieses auch für die zukünftigen Generationen zu bewahren. Aus diesem Grunde  wurde  ein Projektverbund gegründet, an welchem auch der Verein für Gerberei und Stadtgeschichte Hirschberg e.V. beteiligt ist. Im Projekt erfolgt eine Gegenüberstellung von altem Handwerk und modernen Anwendungen unter besonderer Berücksichtigung der traditionellen Wurzeln.

Gemeinsam mit Akteuren des Stickereimuseums in Eibenstock und des geplanten Museumsareals des Köhlervereins in Sosa aus dem Erzgebirge sowie dem „Zentrum für traditionelles Handwerk“ der Gemeinde Kralovske Porici, nahe dem böhmischen Sokolov, sollen alte Gewerke zunächst erfasst und in den jeweiligen Museen der Allgemeinheit dargeboten werden. Um eine gesteigerte Repräsentanz zu erreichen, werden die Museen erweitert, ausgebaut und für die Besucher attraktiver gestaltet.

Im Hirschberger Museum für Gerberei und Stadtgeschichte  ist dafür eine verbesserte technische Ausstattung und die Umsetzung eines modernen Museumskonzepts geplant. Aber auch ein Lehrpfad vom Museum zur Wenzelshöhle ist vorgesehen. Gerade die Stadt Hirschberg kann auf eine spannende Historie und viele Vernetzungen nach Böhmen hin verweisen, auf die im Rahmen der Lehrpfadgestaltung auch eingegangen wird. Die Vorarbeiten dazu haben bereits letzte Woche begonnen.

Tschechische Garten- und Landschaftsbau-Lehrlinge aus Touzim haben gemeinsam mit den Mitgliedern des Vereins für Gerberei und Stadtgeschichte e.V. und dank Unterstützung des städtischen Bauhofs und insbesondere auch von Frau Ingrid Weinhardt von der Stadtverwaltung fleißig im Bereich der Höhle Ausforstungsarbeiten und Bepflanzungen vorgenommen. Im nächsten Schritt folgen Schautafeln und Objekte zur Veranschaulichung alter Handwerke und historischer Gegebenheiten. Im Museum selbst dagegen beginnen zeitnah die Ausbau- und Sanierungsarbeiten.

Ein weiteres wichtiges Anliegen des Projektvorhabens ist die Integration von Schülern und Jugendlichen im Rahmen von länderübergreifenden Projekttagen und Workshops. Damit soll das Interesse der nachfolgenden Generation für das Handwerk und dessen Erhalt sowie die Kultur des Grenzraums geweckt und grenzüberschreitende Kontakte ausgebaut werden.

Die Schüler aus Touzim lernten somit in einem ersten Schritt das Museum in Hirschberg dank einer informativen Führung von Frau Ulrike Göhrig kennen und erlebten somit ein Stück Handwerksgeschichte zum Anfassen.

Nach monatelanger Projektvorbereitung und dem Durchlaufen eines umfassenden Förderantragsverfahrens bei der Sächsischen Aufbaubank und dem Bezirksamt Karlovy Vary konnte der verantwortliche Projektmanager, Herr Jens-Uwe Merx, die erfreuliche Nachricht verkünden - für das grenzübergreifende Vorhaben wurde eine Förderung in Höhe von rund 1,05 Mio. Euro bewilligt. Die Europäische Union unterstützt im Rahmen des Programmziels für „Europäische territoriale Zusammenarbeit“ wichtige und nachhaltige länderübergreifende Aktivitäten. Besonders hervorzuheben ist ebenfalls, dass die Vereinsmitglieder aus Hirschberg in umfassender ehrenamtlicher Arbeit zu einer erfolgreichen Projektumsetzung beitragen werden. Die offizielle Projekteröffnung erfolgte am 09.05.2016 im erzgebirgischen Eibenstock.

Text und Bild: Ines Huff 

Kontakt

Museum für Gerberei - und Stadtgeschichte

Saalgasse 2
Marktstraße 2 (Postanschrift)
07927 Hirschberg (Saale)

 Telefon: (036644) 43139 oder 43020

Fax: (036644) 22224

Email:
info@museum-hirschberg.de